„PARZEN | Schicksalswendungen“

Wandelkonzert mit Klanginstallationen

25. Juni 2021, 20 Uhr Spreehalle

[…] Du frage nicht nach Deinem Geschick: Die Parzen werden es erkennen lassen. […] (Lukan, De bello civili (= Pharsalia), 6, 812f.)

Programm:

Künstler/inWerk
Oliver Schneller [*1966]N.N. für Streichquartett und Schlagzeug [UA, Auftragskomposition des Kairos Quartetts]
Larisa Vrhunc [*1967] Vertical [2015] Fassung für Streichquartett
Simon Steen-Andersen [*1976] String quartet No. 2 for strings with prepared and amplified bows [2012]
Liza Lim [*1966] The Weaver’s Knot [2016]
Petros Leivadas [*1991] Hybris für Schlagzeug solo [2019]
Sascha Hahn [*1979]Videoinstallation zu Leivadas Hybris
Andre Bartetzki [*1962]sitespezifische Klanginstallation für die Spreehalle

Mitwirkende:

Kairos Quartett Olaf Tzschoppe • Schlagzeug André Bartetzki • Klangregie

Programmnotiz:

Den mythologischen Gestalten der Parzen Nona, Decima, Parca/Morta wird die ihnen ausschließlich gemeinsame Kraft zugeschrieben, die Lebensfäden zu spinnen, also das Schicksal zu beeinflussen. Gewebte Fäden, symbolische, verbindende, trennende durchziehen dieses Programm und auch das Publikum selbst wird in der und um die Spreehalle wandeln.

Die australische Komponistin Liza Lim lässt sich von der Webstruktur inspirieren: Die vier Stimmen des Streichquartetts, das mit umgestimmten Saiten (Skordatur) spielt, werden zu Fäden eines Gewebes, von denen immer nur einer oben, also vollständig hörbar ist, aber es sind immer alle dabei und Teil des Gewebes.

Die Slowenin Larisa Vrhunc verwendet in ihrem obertonreichen Gewebe einen zweiten Satz Bögen, die mit Häkelfaden umwickelt einen perforierten staccatoartigen-Klang erzeugen.

Der in Berlin lebende dänische Komponist Simon Steen-Andersen, bekannt für äußerst radikale Konzepte, hat Präparationen entwickelt, die den Streichbogen vollkommen verwandeln, geht hier also über Vrhunc's Präparation hinaus und erfordert eine extreme PA mit Gate und Kompressor.

Der international renommierte deutsche Komponist Oliver Schneller erhält einen Kompositionsauftrag des Quartetts, um auf das Thema mit einem neuen Stück für Schlagzeug und Streichquartett (UA) einzugehen.

Olaf Tzschoppe wird zudem einen Satz von Petros Leivadas’ Solostück Hybris spielen, während der andere Satz via Video-Installation von Sascha Hahn gezeigt wird.

André Bartetzki wird diese Installation und die live aufgeführten Stücke mit einer site-spezifischen Klanginstallation in der und um die Spreehalle verbinden.