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Vielen Dank für Eure exzellente Aufführung! Ihr spielt perfekt. Ich bin glücklich, dass ich Euch kennenlernen und mit Euch arbeiten konnte.
Der russische Komponist Dmitri Kourliandski, nach einer Aufführung in der MaerzMusik 2009

... Bestimmt würde sich eine Produktion lohnen. Wie es Euch bei der Aufführung gelungen ist, die Klänge des Streichtrios herauszuarbeiten, hat mir sehr gefallen.
Der Berliner Komponist Erhard Grosskopf zur Aufführung seines Streichtrios im Rahmen der MaerzMusik 2009

Bei der Gelegenheit sei noch einmal festgehalten, dass euer Beitrag zu den Aspekten wirklich großartig war, wofür ich mich sowohl als Festivalleiter, als auch als Zuhörer nur bedanken kann.
Ludwig Nussbichler, Aspekte Salzburg 2008

Ich muss und möchte mich nach meiner Rückkehr gleich noch einmal melden und mich für Eure Professionalität und Musikalität bedanken. Es hat mir wieder große Freude gemacht, Euch zu hören, zu sehen, zu treffen, zu sprechen.
Gerd Kühr, Komponist

Dass ich relativ viele Streichquartette komponiert habe, ist aber auch meinen positiven Erfahrungen mit dem Kairos Quartett zu verdanken. Als ich zur ersten Probe [1998] nach Berlin kam – sie studierten gerade das 1. Streichquartett ein – , war ich sehr skeptisch, denn das Stück ist stimmungstechnisch äußerst heikel. Doch zu meiner Verblüffung stellte ich fest, dass sie die Instrumente bereits seit mehreren Wochen in dieser speziellen Weise gestimmt hatten und das Stück mit einer Intensität und Akribie geprobt hatten, die ich im gegenwärtigen Konzertbetrieb nicht mehr für möglich gehalten hätte. Wenn man erkennt, dass es Menschen gibt, die mit der eigenen Musik so gut umgehen können, ist man motiviert, weiter für die Besetzung zu schreiben.
Georg Friedrich Haas, zitiert aus dem Festivalbuch zu Wien Modern 2007, S. 25

Thank you so much for your extraordinary work & magnificent performance of "In the Shadow's Light"! It is a realisation at a level quite beyond "my wildest dreams".
Liza Lim, Australian Composer

Thank you very much for the CD [recording of WP at Warsaw Autumn 2005] ! It sounds very good and excellent performing of my Silent cosmos :) Bravo! Keep in touch and hope to have further project with your quartet!
Kee Yong Chong, Malaysian Composer

Ich war sofort sehr beeindruckt von der äusserst intensiven, ebenso engagierten wie kompetenten Weise, in der diese jungen Leute sich meine hochdifferenzierte, in jeder Hinsicht anspruchsvolle Musik anzueignen verstanden.
Klaus Huber (nach Proben und Konzerten 1997)

Ich war sehr froh über die wunderschöne Dramaturgie, die mir „räumlich“ und musikalisch sehr gut gefallen hat. Ihr seid einfach ein Super Quartett, und es spricht für Euch, dass Ihr - egal wie groß oder wie klein der Rahmen ist – mit dem Anspruch spielt, nur das Beste abzuliefern.
Dr. Markus Fein, Intendant der Sommerlichen Musiktage Hitzacker, (Email vom 23.6.2004)

 
 

 

 
  Pressestimmen...   [CD-Besprechungen]

 
 


"Aufbruch in die Neue Welt", Konzert v. 20.9.2008, Cuxhaven

Eine für viele Zuhörer sicherlich neue musikalische Erfahrung bescherte das Kairos Quartett, das den literarischen Aufbruch [der Schauspielerin Martina Gedeck] mit Neuer Musik bereicherte. [...] Das Cuxhavener Publikum erlebte die vier Musiker [...] bestens aufgelegt. Sie spielten mit perfekter Präzision und konzentrierter Leidenschaft [...] John Cages "Thirty Pieces" und György Kurtágs "Quartetto per archi op.1". Letzteres zählt zu den Klassikern der Quartettliteratur nach 1950, wird aber wegen seiner extremen technischen Schwierigkeiten nur selten gespielt.

Feinste, schillernste und auch intensivste Klänge erfüllten den Hanseatensaal und erreichten eine spürbare Konzentration und auch Anspannung im Publikum. Ob in üblicher Quartettformation auf der Bühne oder in den vier Ecken des Saales verteilt, die Musiker überzeugten mit brillant gesponnenen, dabei auch leisen, manchmal nur mit den Fingern auf dem Griffbrett geklopften oder gezupften, feinen ziselierten Klanggeweben.

Bei aller Herausforderung glänzte das Quartett mit einer gekonnten Spielweise und entlockte auch im Zusammenspiel mit der fünften Klangfarbe, der Stimme von Martina Gedeck [teilweise kam es zu Überlappungen von Sprache und Musik], sensible, tiefergreifende, anrührende bis heitere Nuancen.

Am Ende des Abends gab es viel Beifall für diese Text- und Klangerlebnisse der besonderen Art.
Jens Potschka, 22.9.2008, Cuxhavener Nachrichten


Konzert für John Cage, Konzert v. 5.9.2008, Herrenhaus Halberstadt

Am Freitag Abend hatte das Quartett zum Geburtstag von John Cage ein in jeder Hinsicht fabelhaftes Konzert gespielt, das seine Spannung vor allem aus der stilistischen Unterschiedlichkeit der Werke bezog: neben den "Thirty Pieces" von John Cage war ")place(" des jungen italienischen Komponisten Giorgio Netti mit seinen komplexen Klängen der Höhepunkt.
Ute Schalz (www.halberstadt.de), September 2008   mehr...


Aspekte Salzburg 2008, Konzert vom 8.3.2008: G. F. Haas: 3. Streichquartett "In iij noct."


Gefangen in feinsten Klanggespinnsten

Die Mitglieder des Kairos Quartetts - zwei auf der Bühne, zwei hinten im Saal - jedenfalls erfüllten die Dunkelheit mit einem weiteren Makrokosmos feinster schillernster Klänge.

Man brauche als Künstler für die Interpretation dieses Werks die Konzentration des Publikums, wie ein Segler den Wind, sagte der Cellist Claudius von Wrochem, bevor das Licht ausging. Umgekehrt war es nicht schwer, sich von den brillant gesponnenen - dabei oft extrem leisen, manchmal etwa nur mit den Fingern auf das Griffbrett geklopften - Klanggespinsten in diese Nacht hinaus tragen zu lassen. - Ein Höhepunkt dieser Aspekte. [...]
Heidemarie Klabacher und Reinhard Kriechbaum, 9.3.2008, DrehPunktKultur mehr...


Aspekte Salzburg 2008, Konzert vom 7.3.2008


Neue Musik, traumhaft schön

Im zweiten Konzert des Abends das Berliner Kairos Quartett: Susanne Zapf und Wolfgang Bender, Violine, Simone Heilgendorff, Viola, Claudius von Wrochem, Cello. Vier Musiker, die Neue Musik nicht nur mit Intellekt und perfektem Handwerk, sondern auch mit wahrer Leidenschaft spielen. [...]

Die so lange verfemt gewesene Kunst der Wiederholung, die Technik feingliedriger Variation wird bei Haas zum Ereignis. Den Glockenklängen und Vogelstimmen des Beginns [Erstes Streichquartett] kann man sich nicht entziehen. Das mystische Raunen wird bis zum Äußersten gedehnt, kein Wunder, dass im Finale plötzlich Wagners Tannhäuser chromatisch um die Ecke lugt. Genauer ausgehorcht, emphatischer und feiner ziseliert als das Kairos Quartett kann man das nicht spielen.
Franz Hanslieb, 9.3.2008, DrehPunktKultur mehr...


Luciano Berio und Georg Friedrich Haas beim Festival Wien Modern 2007


Eines der beeindruckendsten Werke war aber das in gänzlicher Dunkelheit gespielte dritte Streichquartett [v. Haas] «In iij noct.» in einer Aufführung mit dem Kairos-Quartett, in der wenige Elemente, die auch der Kommunikation unter den Musikern dienen, eine einzigartige Atmosphäre ergaben, bevor unvermittelt und betörend ein Gesualdo-Zitat erklang.
Daniel Ender, 8.12.2007, Neue Zürcher Zeitung mehr...


"VerLAUTungen" - Konzerthaus Berlin


Wenn Laute zischen...

Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten ist das A und O des auf Freud gestützten psychoanalytischen Vorgangs, zugleich aber auch jeder durchstrukturierten Musik. Wer anders als Dieter Schnebel könnte dies von der Couch in den Konzertsaal holen: Schon vor Jahren befasste sich der Komponist, in seiner Vorliebe für experimentelle Kreativität mit John Cage vergleichbar, mit Kammermusik namens „Psycho-Logia“. Spontanes und Strukturiertes charakterisiert auch das gleichnamige Streichquartett, dessen zwei erste Sätze das Kairos Quartett im Werner–Otto–Saal zur Uraufführung bringt. Was die Musiker an rudimentären, quasi frei assoziierten Floskeln [...] zu sprechen haben, verdichtet sich mit sanfter Melodik und herb dreinfahrenden Dissonanzen ebenso zur Albtraum–Szenerie, wie es das eigene Spiel vergnüglich kommentiert.

„Verlautungen“ nennt das unermüdlich nach neuen Wegen suchende Quartett sein Programm, mit dem es an seine Reihe „Fünf Fenster“ vor fünf Jahren anknüpft. Dabei geht es nicht nur um den Laut als Essenz von Musik und Sprache, kulminierend in der Komposition „Die rauen Lautflecken“ des russischen Autors, Performers und Stimmkünstlers Valeri Scherstjanoi, der ein Feuerwerk zischender, knackender, gurgelnder Laute abbrennt. Es geht auch um Alltagserleben, etwa wenn Schnebel in seinen „Museumsstücken II“ Thermoskannen, Sahneschläger und quietschende Pappkartons auf ihre Klangqualitäten befragt. Kompositionen des 34-jährigen Sergej Newski setzen solcher Heiterkeit einen ernsten, komplexen Ausdruck entgegen. Dennoch: Er hätte nicht gedacht, dass Neue Musik so viel Spass machen könne, meint ein Konzertbesucher in der anschließenden regen Publikumsdiskussion.
Isabel Herzfeld (Tagesspiegel Berlin, 23/2/2007)


Klavier | Raum | Lautstärke - Konzerthaus Wien


Die Invasion der Lautstärke - Das Kairos Quartett im Konzerthaus: Unverstärkte Streich- bzw. Klavierquartetts; kurze, aber hochaggressive elektronischen Tonkristalle

Wien - "Die akustische Realität ist der vorgestellten in jedem Fall überlegen. Sie ist herstellbar, aber sie ist nicht vorausnehmbar", so Wolfram Schurig im Text zu seinen neuen Klavierquintett blick: verzaubert. Diese Sätze könnten jedoch als Motto über allen Stücken des Abends stehen. Denn als Ausgangspunkte der durch das Kairos Quartett in Klänge übersetzten Partituren - Julio Estradas yuunohui'ensemble, Iannis Xenakis' ST/4 und Schurigs Quintett (mit der Pianistin Xie Ya-ou) - fungieren komplexe, konzeptuell-mathematisch bzw. grafisch generierte Prozesse.

Weit weniger homogen war die akustisch real wahrnehmbare Komponente. Denn während die Instrumentalmusikstücke naturgemäß nur wenig Schalldruck erzeugen konnten, kratzten die wie überdimensionierte Störgeräusche dazwischen erklingenden 12 Skizzen von Daniel Kötter an den Hörnerven wie eine Überdosis akustischer Chili. Die Klangkost eines unverstärkten Streich- bzw. Klavierquartetts war gegen die kurzen, aber hochaggressiven elektronischen Tonkristalle chancenlos, und so wirkten die an sich recht sperrigen Instrumentalklänge im Vergleich dazu geradezu schüchtern und etwas plattgewalzt.

Dabei klänge etwa Xenakis' bereits vierzig Jahre altes computergeneriertes Werk ST/4 aus der Geburtsstunde der stochastischen Musik durch seine enorme Dichte und Vielschichtigkeit nach wie vor erfrischend - wie Estradas aufgeregte Phrasen, die als fröhlich plapperndes Klangtheater wirkten. Oder die intensiven, sich gegen Ende mehr und mehr ausdünnenden Klangkonzentrationen bei Schurig, die sicherlich das Potenzial gehabt hätten, das Gehör zu öffnen und zu sensibilisieren. Wäre da nicht die ständige Angst vor einem Hörsturz gewesen ...
(spou / DER STANDARD, Printausgabe, 26.04.2007) Wiener Zeitung

"Brutaler Determinismus, konsequent umgesetzt vom konzentrierten Kairos Quartett. Julio Estradas "ensemble’yuunhui" für Streichquartett wurde zwei Mal gegeben, in getauschten Spielpositionen. Es tat gut, den filigranen Bögen und heftigen Tremoli nochmals folgen zu können, die Grenzen des musikalischen Ausdrucks in Hörweite.

Wolfram Schurigs "blick: verzaubert" verbirgt ganz bewusst seine musikalische Struktur. Die spannende Interpretation durch das Quartett aus Berlin und die hervorragende Pianistin Xie Ya-ou gipfelte in einem sich immer weiter konzentrierenden, klanglich verkarstenden Finale, das die Zeit zum Zerreißen dehnte. Ein trotz lichttechnischer Schwierigkeiten stimmiger Abend, der großen Eindruck hinterließ."
Rainer Elster (Wiener Zeitung, 26/04/2007


Im Genuss sinnlicher Klangerlebnisse
Graz. Erfreulich groß war das Publikumsinteresse im Museum der Wahrnehmung für das ausschließlich Stücke des 20. und 21. Jahrhunderts im Repertoire führende Berliner Kairos Quartett. Sind schon die Einführungstexte der Werke von Isabel Mundry, Enno Poppe, Walter Feldmann und Giorgio Netti (alle um die 40) eine Wissenschaft für sich, so entpuppten sich im Interpretengespräch die Ansprüche der genannten - zwischen Tönen und Geräuschen pendelnden - Komponisten als nahezu unerfüllbar. Mit diesen Musikern wurde das Konzert der ungewohnten Klänge dennoch zu einem sinnlichen Erlebnis.
Ernst Scherzer, Kleine Zeitung 9.3.2005

Festkonzert des Konzerthauses Berlin zu Georg Katzers 70.
Das vom Kairos Quartett mit viel Klangfarbensinn uraufgeführte Streichquartett Nr. 4 verzichtet auf gängige spieltechnische Neuerungen, lenkt vielleicht gerade dadurch das Augenmerk auf Dehnungen und Stauchungen der Zeit im fesselnd lebendigen Fluss.
Isabel Herzfeld (Tagesspiegel Berlin, 12/1/2005)

[...] von dieser Haltung spricht auch Katzers neues Streichquartett, das vom Kairos Quartett technisch ausgefeilt und mit Hochspannung aus der Taufe gehoben wurde...
Olaf Wilhelmer (Märkische Allgemeine, 11/1/2005)

Die zwei Streichquartette des intenisv im mikrotonalen Bereich arbeitenden österreichischen Komopnisten Georg Friedrich Haas: wunderschön fein gehörte Musik von ganz intensiver Wirkung. Das Kairos Quartett spielt das mit äußerster Genauigkeit, mit gestischer Intensität und mit tiefem Verständnis für die musikalischen Intentionen von Haas.
Reinhard Schulz, Neue Musikzeitung 2/2005

Sommerliche Musiktage Hitzacker 2004:
Leises Leuchten contra Opulenz
...das Berliner Kairos Quartett (Wolfgang Bender und Chatschatur Kanajan, Violinen; Simone Heilgendorff, Viola; Claudius von Wrochem, Violoncello) spielte den gedämpften Tonfall mit leisem Leuchten. Emotionale Tiefe verband sich dabei mit durchdachter Aufmerksamkeit, die jede Facette des Klangs klar konturierte. Eine so technisch faszinierende wie emotional berührende Interpretation, die dem Werk in jeder Hinsicht gerecht wurde. »Berio ist gleichzeitig Kind, Poet, Träumer und Musiker», bereitet das Programmheft die Begegnung der Musik Berios mit der Schuberts vor, indem es den Musikwissenschaftler Claude Rosset zitiert. Und schließt die Frage an »Trifft das nicht auf Schubert zu?» Das mag sein - doch dass Schuberts Poesie und seine Träume jenen Luciano Berios verwandt sind, das machte an diesem Abend nur die luzide, unprätentiöse und von ständiger Reflexion geprägte Interpretation des Quartettsatzes c-Moll (D 703) durch das Kairos Quartett ohne Abstriche...
T. Jannsen, Elbe-Jeetzel-Zeitung, 3.8.2004
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Internationale Ferienkurse für Neue Musik, Darmstadt 2004:
[...] Das vorzügliche "Kairos Quartett" machte in der Orangerie mit neuen Streichquartetten bekannt. Enno Poppe betrachtet in "Tier" die Musik wie ein Lebewesen, das seinem eigenen, kaum begreifbaren Rhythmus folgt. Michael Reudenbach führt die Klänge in "und aber" bis an die Grenze zum Verstummen, Franz Martin Olbrisch übt sich in seinem Stück "Ein Quadratmeter Schwärze" in der Zersplitterung der Klangwelt, und Georg Friedrich Haas beschwört einen Hauch von Nostalgie, wenn er das Obertonspektrum langsam abtasten lässt. [...]
Klaus Tapp, Darmstädter Echo, 19.8.2004

[...] Dies war der Anfang des Streichquartetts Tier von Enno Poppe, gespielt in einem Konzert des Kairos Quartetts, das allgemein als ein Höhepunkt unter den übrigens meist sehr gut besuchten Konzerten angesehen wurde. Der theoretische Nachschlag kam am nächsten Morgen, als die vier Musiker gemeinsam mit den Komponisten des Programms - außer Poppe noch Michael Reudenbach, Franz Martin Olbrisch und Georg Friedrich Haas - über die aufgeführten Werke und das Thema 'Streichquartett heute' diskutierten; und es war faszinierend zu sehen, dass es durchaus möglich ist, aus verschiedenen ästhetischen Positionen heraus den eigenen Solipsismus vorübergehend zu überwinden. [...]
Martin Erdmann Die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik 2004, für "JetztMusik", SWR 2, 4.10.2004

Time of Music Festival Viitasaari/Finnland Juli 2004:
Hiljaisuuden ja hälyn rajalla – An der Grenze von Stille und Geräusch
[...] Die Erstaufführung des in diesem Sommer als Gastkomponist bei „Time of Music“ geladenen Dänen Bent Sörensen, geboren 1958, nahm das deutsche Kairos Quartett vor. Verschleierte, dunkle, sich an der Grenze von Geräusch und Stille bewegende Klänge zu modellieren, ist charakteristisch für Sörensen, und gerade diese Klangwelt zeigte das Kairos Quartett mit einer meisterhaften Interpretation von Sörensens zweitem Streichquartett (1986). [...]
Mikko Voutilainen, Keskisuomalainen/Finnland, 10.7.04 (Übersetzung Silke Bruns)

Nykymusiikin kuntokoulussa - In der Fitnessschule der zeitgenössischen Musik
Viikon erikoinen - Spezielles der Woche
Die Ausführenden des deutschen Kairos-Streichquartetts, Wolfgang Bender (Violine), Chatschatur Kanajan (Violine), Simone Heilgendorff (Viola) und Claudius von Wrochem (Violoncello) ziehen Telefonkarten durch die Saiten ihrer Instrumente, zuweilen nah am Steg. Die Streicher berühren die Saiten oder das Holz des Bogens. Man hört ... verschleierte Klänge, Rauschen, fast als seien auf der Bühne vier alte Röhrenradios, welche auf der Suche nach Signalen eines submarinen Senders der Südpol-Forschungsstation sind.

Mikko Voutilainen, Keskisuomalainen/Finnland, 11.7.04 (Übersetzung Silke Bruns)
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A Quattro ­ zeitgenössische Streichquartette bei den Rottenburger Tagen für Neue Musik (3./4. April 2004)
[...] Ein hochinteressantes Programm bot das Berliner Kairos Quartett mit Werken von Julio Estrada, Morton Feldman, Michael Edgerton und Giorgio Netti. Quadrophone Aufstellung ums Publikum fordert das klang- und geräuschfreudige Yuunohui des 1943 geborenen Mexikaners Estrada [...]
Nettis ) place ( war als letztes Stück in diesem hochkarätigen Konzert ungünstig platziert. Entgegen schwer verdaulichen Kommentaren des Komponisten entpuppte sich das lange auf der Stelle tretende Opus als fein ausgehörte, sorgfältig gestaltete Studie über das spannende Innenleben der Instrumente, die gelegentlich wie ein stöhnender Kleinsaurier aus der Ferne tönt und am Ende äolsharfenartig im Winde verweht. [...]
Werner M. Grimmel, Neue Zeitschrift für Musik 3, Mai/Juni 2004

Körpereinsatz mit Sogwirkung: Begeisternd das Kairos Quartett
Dass so gut wie alle Möglichkeiten neuartig differenzierten Klangs ausgeschöpft seien, wie es gelegentlich verkündet wird, widerlegten im ersten Sonntagskonzert Yuunohui des mexikanischen Komponisten Julio Estrada und der uraufgeführte erste Teil des ersten Quartetts von Michael Edgerton. Estrada komponiert kraftdurchpulste Klangströme, Edgerton versah die ereignisreichen, nur bei wenigen Zäsuren sich neu ordnenden verschlungenen Figurationen mit neuen Artikulationsmitteln, fein differenzierten Vorschriften für den Anstellwinkel des Bogens und die Intensität des Fingerdrucks [...]
Südwestpresse/Rottenburger Post, 6. April 2004

Kairos Quartett: eine Stunde mit Klängen in der Dunkelheit
Meisterleistung von Publikum und Musikern im Carlos-Chávez-Saal
Das deutsche Kammermusikensemble Kairos Quartett erweckte am Sonntag Nachmittag das Streichquartett Nr. 3 "In iij. Noct." , dem österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas (1953), zum Leben.
  
La Jornada, Mexico City, 1.4.2003 (Übersetzung Gunda Weiland)
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Originalartikel auf Spanisch

MaerzMusik Berlin 2003
Allerdings verdankte sich jenem Pluralismus eines der - von mir gehörten - interessantesten Konzerte der diesjährigen MaerzMusik: der Streichquartett-Abend des ausgezeichnet musizierenden Kairos Quartetts im Kammermusiksaal des Konzerthauses mit neuen Arbeiten von Enno Poppe (UA), Orm Finnendahl (UA) und Georg Friedrich Haas (DE). Allein schon die kontrastreiche Zusammenstellung der drei stilistisch eigenständigen Streichquartette machten das Konzert zu einem spannenden Hörvergnügen. Poppes Tier betiteltes Stück verdichtete das Potential von Glissandi zu einer insistierenden, unerbittlichen Musik, deren Charaktere in einer sehr gegenwärtigen Welt von Bedrohung, Verstörtheit, Suchen und Fremdheit angesiedelt sind. Orm Finnendahls Fälschung für Streichquartett, Laptop, Ghetto-Blaster und Live-Elektronik dagegen führte den pejorativen Sinn von 'Fälschung' ad absurdum, indem es zeigte, welch eine lebendige, vielschichtige und vergnügliche Musik entstehen kann, wenn man Vorhandenes - hier osteuropäische Blaskapellenmusik und Chopin - klug komponiert neu sichtet. Georg Friedrich Haas wiederum entführte mit seinem 3. Streichquartett In iij. Noct (In jener Nacht) im wahrsten Sinne in einen sensibel ausgeloteten Klangraum - die vier Musiker waren auf dem Rang an den vier Ecken des Saales postiert -, in dem Hören zu einem gespannten Lauschen wurde.
Gisela Nauck, Positionen 55, Mai 2003

[...] Im Bereich Konzertmusik bleibt neben dem Orchesterkonzert vor allem das farbige Programm des Berliner Kairos Quartett in Erinnerung. Enno Poppes Auftragswerk „Tier“ bot ein eigenartig bewegtes klangliches Innenleben und Orm Finnendahls 'Fälschung' mixt gewitzt Balkanklänge und Chopin in vielfäligen rhythmischen Brechungen.
Ullrich Pollmann, Der Tagesspiegel, März 2003
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Huddersfield Festival of Contemporary Music (Nov./Dec. 2002)
[...] There were two recitals later in the day, the first featuring the remarkable cellist Arne Deforce, the second the excellent Kairos String Quartet.In both events, pieces by Wolfgang Rihm and Richard Barrett were juxtaposed. Their styles are very different, but they complement each other. In Deforces recital the intensity of Rihm's Über die Linie, for Solo Cello, was paired with Barrett's Blattwerk, for Cello and Electronics, one of his more ambitious instrumental scores, but the influence of the Furt Duo could also be felt.

The Kairos Quartet demonstrated that the Arditti Quartet is no longer the indisputable exponent of new music for the medium. Richard Barretts recent 13 Self-Portraits lost nothing in comparison with Rihms well-established Eighth Quartet, but the most extraordinary item was Giorgio Netti's )place(, for String Quartet. Netti introduced a complete repertoire of new sonorities, which seemed to be suspended in space, compelling rapt attention throughout the half-hour duration. [...]
John Warnaby (Musical Opinion Magazine, Mag Highlights 1433 March/April 2003 Festival Review: Huddersfield Festival of Contemporary Music)

Klangspuren Innsbruck und TransArt Bressanone 2002
[...] Die vier MusikerInnen des Streichquartetts sitzen, in den vier Ecken des Raums verteilt, im Dunkeln, müssen ohne Blickkontakt mit verschiedenen Signalen versuchen, Kontakt zueinander aufzubauen, einannder zu antworten und ein fragiles Gefüge beständig am Leben zu halten: Das ist die Anordnung von Georg Friedrich Haas' neustem Werk, dem 3. Streichquartett "In iij. Noct.", uraufgeführt auf der Südtiroler Franzensfeste und dann auch in der Innsbrucker SOWI zu hören. Die ersten Worte der Ölbergszene "In jener Nacht", die der Titel benennt, geben nicht mehr als einen kleinen Hinweis auf die existenzielle Grunderfahrungen, die hinter einer solchen musikalischen Extremsituation lauern mögen, bei der die drei Dutzend Bausteine in jeder Aufführung etwas anders erklingen, doch wohl immer eine gewisse Kargheit behalten müssen. Das Kairos Quartett tastete sich souverän durch die komplizierten Anweisungen. [...]
Daniel Ender, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 25.9.2002

[...] Später dann im Gewölbe eines unterirdischen Munitionsdepots die schattenhaften Klänge eines Streichquartetts von Giorgio Netti und eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas, in vollständiger Dunkelheit - das exzellente Kairos Quartett und das Publikum einander und dem düsteren Ort ausgeliefert. [...]
Christoph Hahn, Der Standard 17.9.2002

[...] Dann das tags zuvor in Franzensfeste uraufgeführte Streichquartett "In iij. Noct." von Georg Friedrich Haas, da simmer neu geboren wird: bei völliger unkelheit agieren und reagieren die Musik/innen, durchleben in zeitloser Spannung Ängste, Irritationen und Stimmungen der Nacht. [...]
U. Strohal, Tiroler Tageszeitung 17.9.2002

Salzburger Festspiele 2002
'Austria Today 4' mit dem Kairos Quartett
Druckkochtopfmusik

Im vierten Konzert der Festspiel-Reihe "Austria Today" gab es am Montag programmmäßig moderne österreichische Kompositionen zu bestaunen, diesmal für Streichquartett. [...]
Stephan Hoellwerth, SVZ 7.8.2002 mehr...
 

[...] Roman Haubenstock-Ramati (1919-1994) und sein erstes Sreichquartett aus dem Jahr 1973 eröffnete den Abend. Filigran, feinfühlig und - in der überaus genauen und ernsthaften Interpretation dieser grafischen Partituren durch das Kairos Quartett - [...]
Susanne Staehr, Pressespiegel des Festivals, 6.8.2002
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"Im Rausch" - Das Kairos Quartett in München
Das Berliner Kairos Quartett, das sich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet, hat in den wenigen Jahren seines Bestehens eine erstaunliche Entwicklung genommen. Es ist herangewachsen zu einem der führenden Ensembles für zeitgenössische Musik. In der Auseinandersetzung etwa mit mikrotonalen Ansätzen übt das Quartett bereits stilprägenden Einfluss aus. Die Sicherheit und sinnliche Frische im Umgang mit Skalen, die das zwölftönig chromatische Total überschreiten, war nun im “Studio für Neue Musik" im Kleinen Konzertsaal des Gasteig zu bewundern.
Reinhard Schulz (Süddeutsche Zeitung, 16.4.2002)

"Global Ear" im Societätstheater Dresden
Gelungen waren auch die Interpretationen des Kairos Quartetts aus Berlin. Die (alternierenden) Geiger Wolfgang Bender und Chatschatur Kanajan, Bratschistin Simone Heilgendorff und Cellist Claudius von Wrochem kommunizierten problemlos und intensiv, spielten klar, zupackend, aber auch sensibel und geheimnisvoll, wo dies angebracht war, und hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck stählerne Kondition eingeschlossen ...
Benjamin Schweitzer (Dresdner Neueste Nachrichten, 20.1.2002)

Das Kairos Quartett als Gast im Konzert des SWR-Vokalensemble
Wie dagegen eine scheinbare Ansammlung von Fragmenten zur Einheit verschmilzt, belegte das Kairos Quartett mit seiner Interpretation von Kurtágs op.1. Wo andere Quartette die aufgesplitteten Akkorde, die gegenläufigen Figuren, die dynamischen Im- wie Explosionen zu platten Etüden moderner Spieltechniken geraten, setzte das Kairos Quartett Klangfelder von größter energetischer Dichte frei. Auch später, in der kompliziert verschachtelten metrischen Architektur des dritten Streichquartetts von Bartók, gelang Kairos die Volte, blitzartig die melodischen Qualitäten aufleuchten zu lassen zwischen brutalen rhythmischen Aktionen und Ballungen ostinater Tongebilde.
Annette Eckerle (Stuttgarter Nachrichten, 27.10. 2001)

Berliner Festwochen 2001
Andere, wie das Berliner Kairos Quartett, präsentierten ein Rahmenprogramm, das aufhorchen ließ: Im Op. 1 [...] tritt überraschenderweise schon voll die verdichtende Kraft György Kurtágs zu Tage. Bei [Artur] Schnabel mag man eher von Dauerregen-Musik sprechen. Das Kairos Quartett spielte sich hingebungsvoll durch Schnabels randvolle Seiten.
Gtl (Berliner Morgenpost, 24.9.2001)

Musica Viva - Gesprächskonzert in Göttingen
Sie sind Experten, was die Moderne anbelangt. [...] Nach der Pause wurde Kurtágs op.1 mit der gleichen Intensität und großer Präzision wiederholt. Begeisterter Beifall vom zahlreichen Publikum...
Matthias Schneider-Dominco (Göttinger Tageblatt, 6.7.2001)

Stele / Landscape - Neue Musik und Landschaft
Dem bravourösen Solovortrag [...] folgte ein nicht minder eindrucksvoller Beitrag des Kairos Quartetts, der unter der Überschrift “structure of landscape" stand. Dabei glänzte das Quartett mit unverkrampfter und entspannter Spielweise und entlockte so der durchaus anspruchsvollen Literatur sensible bis heitere Nuancen...
Nico Thom (www.leipzig-almanach.de/Aktuell/Aktuell57, 2.6. 2001)

Eclat Festival 2001
Und so sei es gestattet, den Artikel auf sicherem Terrain zu beginnen. Eines ist nämlich undiskutierbar: das außerordentliche Niveau der Interpreten. Quasi außer Konkurrenz lief das Streichquartett Nr. 2 von Georg Friedrich Haas. Und es überzeugte auch im Wangener Theaterhaus, nicht zuletzt wegen des feinnervig spielenden Kairos Quartetts.
Oliver Hasenzahl (Stuttgarter Zeitung, 13.2. 2001)

Festival zeitgemäßer Musik Bludenz/Österreich 2000
Das Kairos Quartett, bestehend aus [...], begegnete den beiden so unterschiedlichen Stücken [Lucier: Navigations, Berio: Sincronie] jeweils mit größter Kompetenz und Engagement.
Anna Mika (Neue Vorarlberger Tageszeitung, 28.11.2000)

Festival zeitgemäßer Musik Bludenz/Österreich 2000
Hier wie im vorhergehenden Stück war das bereits renommierte junge Kairos Quartett mit äußerster Ernsthaftigkeit und künstlerischer Präzision der Garant für authentische Übermittlung.
Hans-Udo Kreuels (Vorarlberger Nachrichten, 27.11. 2000)

14. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik/20 Jahre “Konzert des Deutschen Musikrates"
Von Glück reden kann ein Komponist, wenn sich das Kairos Quartett seiner Werke annimmt. Die durchweg jungen Mitglieder dieses 1996 gegründeten Ensembles spielen mit einer Reife, die sich gewöhnlich erst nach Jahrzehnten der Berufspraxis einstellt.
Peter Zacher (Dresdner Neueste Nachrichten, 10.10.2000)

Das Publikum reagierte sehr dankbar, auch bei den “Thirty Pieces" von John Cage, die vom Kairos Quartett mit stupender intonatorischer Sicherheit umgesetzt wurden. Im Übrigen zeigte der Abend überzeugend, dass allerneuste Musik nicht fürsorglich älterer Literatur bedarf, um sich zu behaupten.
Adolf Lang (Kassel, 29.2.2000)

Prozess der Perfektionierung: [...] Mit Wolfgang Bender, Chatschatur Kanajan, Simone Heilgendorff und Claudius von Wrochem ist ein Streichquartett zusammengewachsen, das sich zeitgenössischen Kompositionen mit Leidenschaft und auf hohem Niveau zu widmen vermag. Dabei sind nicht nur die spiel- und aufführungstechnischen Probleme zum Teil extrem. Die komplexen, oft nur handschriftlich fixierten Noten bzw. graphischen Partituren erschweren Erarbeitung und Wiedergabe, so bei der “Sincronie" des schon modernen Klassikers Luciano Berio. [...] Diese schweißtreibende, tägliche Arbeit übertrug sich als Gestaltungswille auf das erfreulich zahlreich erschienene Publikum, das die Leistung zu würdigen wusste. [...] Viel Applaus für das Kairos Quartett an diesem anstrengenden, aber lohnenden Abend der Moderne.
Axel Oltmanns (Braunschweigische Zeitung, 8.11.1999)

Wenn das Stück trotzdem mit viel Beifall bedacht wurde, lag dies an den Ausführenden, die alle Spieltechniken mühelos bewältigten und durch gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Atmen die Verbindungen zwischen den Stimmen deutlich machten. [...]
Andreas Göbel (Berliner Zeitung, 28.10.1999)

Klopfgeräusche tröpfeln ins Ohr. Töne mit Vibrato-, mit schattenlosen Flageolett-Leib bewegen sich in einer weiten Landschaft mit einer intensiven Sogwirkung. Die Komponistin [V. Janárceková], wann immer man ihr begegnet, zeigt ein faszinierendes Ergebnis ihrer “Forschungsarbeit" in dieser Landschaft “hinter den Tönen". Außerordentlich kompetent zeigt sich das Kairos Quartett in Sachen Neue Musik. Seine Spieler verfügen über einen hohen Grad an Sensibilität und phantasiebegabten Gestaltungswillen.
Gerlinde Hoffmann (HNA, 2.6.1999)

Das junge Kairos Quartett ist eine aufstrebende Formation, die noch an Auftrittssicherheit und Standfestigkeit hinzugewinnen dürfte. Wieviel an Ausdruckswillen und farblicher Gestaltungskraft schon da ist, zeigten die vier Berliner in Kompositionen von Webern und Bartók: engagiert-schonungsloses Quartettspiel, dessen differenzierte Pianowerte besonders auffielen.
Sigfried Schibli (Basler Zeitung, 5.12.1998)

Der zweite Programmteil bot Weberns “Fünf Sätze" (1909), die das Quartett äußerst empfindsam, mit dem Mut zum Scheitern nahm, in den langsamen und besonders im letzten Satz aber glücklich triumphierte, Bela Bartóks drittes Streichquartett (1927), das hier weniger stürmisch als aggressiv erschien und György Kurtágs Opus 1 von 1959.
Hier lief das Kairos Quartett zur Höchstform an, arbeitete die divergierenden Charaktere schlüssig heraus und erfreute mit schlicht wunderschöner Klanggestaltung. So klingt im positivem Sinne routiniertes Musizieren.
Volker Straebel (Tagesspiegel Berlin, 3.12.1998)

Im ersten Dezemberkonzert der Reihe “Unerhörte Musik" hob das Berliner Kairos Quartett, vor drei Jahren gegründet und schon mit einem Kranichsteiner Stipendium ausgezeichnet, ein Werk des Freiburger Informatikers und Komponisten Thomas Hummel aus der Taufe. “Bruillards" (eine Wortkreuzung aus “brouillard" wie Nebel und “bruit" wie Geräusch) ist bereits Hummels zweites Streichquartett und alles andere als eine Petitesse. Knapp eine halbe Stunde lang spüren die vier Streicher in faszinierend gefärbten Mischklängen der Sprachfähigkeit ihrer Instrumente nach - eine “Sprachfrequenzanalyse", wozu das schwebende Flautato ebenso gehört wie der hauchfein gesponnene son filé und das zischende Mitklingen der Obertöne beim Spiel dicht am Steg. Quasi geatmet sind die Geräusche, die Phrasen und Floskeln wirken syntaktisch organisiert. Und so taucht aus dem Nebel der Geräusche herauf spielerisch die Rede: Der Ton drängt - ganz wie in Beethovens Neunter - zum Wort, nicht blank heroisch und positiv, vielmehr fragend, flüsternd und in schöne Klangsilben und poetische Laute zerlegt. Anschließend erwies das vortreffliche, junge Kairos Quartett die gleiche penible Empfindsamkeit wie den ihm gewidmeten “Bruillards" auch den modernen Klassikern, in Weberns opus 5, Kurtágs opus 1 und “aus der Ferne" wie auch bei Bartóks drittem Streichquartett, welches so fragil und räumlich differenziert selten zu hören ist. [...]
Eleonore Büning (FAZ, 10.12.1998)

In der Parochialkirche [gab] das Kairos Quartett... ein glänzendes Berlin-Debüt ... Weit im Kirchenraum verteilt spielten die jungen Instrumentalisten, denen man die wiederholte Zusammenarbeit mit dem Arditti-Quartett anzumerken meint, die anspruchsvollen “Thirty Pieces for String Quartet" in überwältigender Präzision, mit feinem Klangsinn und fast perfekter Balance. Kairos behält zu den zufällig zusammentreffenden Einzeltönen und Klanggesten eine vornehme Distanz, verdoppelt keinen musikalischen Verlauf in aufdringlicher Expressivität, sondern überläßt die drei sauber getrennten Materialschichten sich selbst, die Bildung musikalischer Zusammenhänge dem Hörer. Ein fesselndes Spiel befreiter Klänge...
Volker Straebel (Tagesspiegel Berlin, 1.Juni 1997)

Neben dem Arditti-Quartett wartete auch das [Kairos Quartett] mit interessanten Streichquartetten auf. Die Berliner Musiker brauchten dabei den Vergleich mit den prominenteren Kollegen aus London durchaus nicht zu scheuen.
Jörn Peter Hiekel (WDR-Sendung über die Darmstädter Ferienkurse, August 1996)

 
     
     


Stand der letzten Bearbeitung: 11.04.2009